zurück 
29.05.2018

Großaktion der Polizei im Rotlichtmilieu - Steuerhinterziehung, Einsatz von "Schwarzarbeiterinnen" und mehr

Koblenz/Trier (red/boß) Große Durchsuchungsaktion von Polizei, Zoll und Finanzamt in 16 Wohnungen und Geschäftsräumen im Rahmen eines umfangreichen Fahndungskomplexes im Rotlichtmilieu.

Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, des Betruges, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt, der Beihilfe zu diesen Straftaten sowie wegen Vergehen nach dem Aufenthaltsgesetz führt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen sechs männliche und drei weibliche Beschuldigte im Alter zwischen 25 und 52 Jahren aus dem Raum Trier 
Der hauptbeschuldigte 47-jährige Deutsche betreibt mehrere Bordelle in Trier und Umgebung sowie in Saarbrücken. Er ist verdächtig, hierzu Mitarbeiterinnen eingesetzt zu haben, die keine gültigen Arbeits- und Aufenthaltspapiere besaßen. Weiterhin besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte in nicht verjährter Zeit sozialabgaberechtliche und steuerliche Pflichten in strafbarer Weise verletzt hat. 
Gegen einen 25jährigen rumänischen Staatsangehörigen sowie einen 35jährigen und einen 39jährigen Deutschen besteht der Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung sowie zum Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Sie sind verdächtig, dem Hauptbeschuldigten gestattet zu haben, die tatsächlich von ihm geleiteten Betriebe zum Teil in ihrem Namen zu führen und Steuererklärungen und Anmeldungen zur Sozialversicherung unter ihrem Namen abzugeben. Gleiches gilt für eine 28jährige rumänische, eine 31jährige deutsche und eine 37jährige russische Mitbeschuldigte. Sie sind weiterhin der Steuerhinterziehung hinsichtlich eigener Einkünfte verdächtig. Einem 52 jährigen Deutschen wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung sowie zum Betrug zur Last gelegt. Er soll den Hauptbeschuldigten und dessen mutmaßliche Strohleute darin unterstützt haben, tatsächliche betriebliche und finanzielle Verhältnisse gegenüber dem Finanzamt zu verheimlichen. Gegen einen 39jährigen Deutschen wird schließlich der Vorwurf erhoben, Beihilfe zum Betrug geleistet zu haben, indem er den Hauptbeschuldigten bei der Vereinnahmung der ihm durch Beschäftigte zur Weiterleitung an das Finanzamt überlassenen Geldbeträge unterstützt hat.

In dem Verfahren haben am 28.05.2018 etwa 120 Beamte der Staatsanwaltschaft Koblenz, der Finanzämter Trier und Saarbrücken, des Hauptzollamts Koblenz, der Bundespolizei sowie des Polizeipräsidiums Trier umfangreiche Durchsuchungen durchgeführt. Davon betroffen waren insgesamt 16 Wohnungen und Geschäftsräume, die schwerpunktmäßig im Raum Trier lagen. Es konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden. Außerdem wurden vermögensabschöpfende Maßnahmen ergriffen, für die auch drei Geldspürhunde der Landespolizei eingesetzt wurden. Gegen den 47jährigen Hauptbeschuldigten wurde ein Haftbefehl des Amtsgerichts Koblenz vollstreckt. Der Beschuldigte wird im Laufe des Tages dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.