16.05.2013
Der demographische Wandel - die Gesellschaft wird immer älter und es gibt immer weniger Kinder
Region(boß) Nach aktuellen Berichten der Medien läuft der Bau von Alten-Pflege- und Betreuungszentren sowie Seniorenresidenzen überall auf Hochtouren.
„Als Diplom-Fitnessökonomin erkenne ich in diesen zielführenden Projektierungsabsichten eine unmittelbare und gleichsam notwendige direkte Reaktion auf den sogenannten demographischen Wandel auch hier in der Region“, so Andrea Peters aus Prüm. In Deutschland sinkt seit Jahrzehnten die Zahl der Kinder. Die Bevölkerung wird immer älter und durch Zuwanderung immer vielfältiger, Familienstrukturen und Lebensläufe wandeln sich, viele Städte und Regionen schrumpfen. Der demografische Wandel wird unsere pluralistische Gesellschaft und unser Miteinander im sozialen Gefüge sehr grundsätzlich verändern. Welche vielfältigen Auswirkungen auf alle Lebensbereiche das im Ergebnis mit sich bringt, beginnen wir in Deutschland gerade erst richtig zu erfassen. Die Zahlen und Fakten zum demografischen Wandel in Deutschland sind gleichermaßen aufschlussreich wie grundsätzlich richtungsweisend.
Hintergrund: Zahlen und Fakten
Kinder und Familie • Seit 1972 werden in Deutschland weniger Menschen geboren als im selben Jahr sterben. • Mit heute durchschnittlich rund 1,4 Kindern je Frau ersetzt die Kindergeneration in Deutschland nicht die Elterngeneration. • Praktisch kein europäisches Land erreicht mehr ein Geburtenniveau, das notwendig wäre, um die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung zu halten. • Eltern werden immer älter: Westdeutsche Frauen waren 1980 bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich 25,0 Jahre alt, 2011 waren es bereits 28,7 Jahre. In Ostdeutschland hat sich das durchschnittliche Alter der Mütter bei Erstgeburt im gleichen Zeitraum von 22,3 auf 27,5 Jahre erhöht. • Der Anteil kinderloser Frauen in Westdeutschland ist heute mit rund 25 Prozent einer der höchsten in der Welt.
Alter • Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt hat sich in Deutschland seit 1871/1880 mehr als verdoppelt: bei den Männern von 35,6 auf 77,3 Jahre in 2009/2010, bei den Frauen im gleichen Zeitraum von 38,5 auf 82,5 Jahre. • Dies entspricht einem Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung von fast drei Monaten pro Jahr. • Die Anzahl der über Hundertjährigen ist rapide gestiegen. Gab es 1970 in Westdeutschland noch circa fünf Personen dieser Altersgruppe je einer Million Einwohner, waren es 1990 bereits mehr als 35, 2000 über 133 Personen und 2011 sogar über 281.
Migration • Ohne Nettozuwanderung würde die Bevölkerungszahl in Deutschland schon seit 1972 sinken. • Zwischen 1965 und 2010 sind rund 35 Millionen Menschen - Deutsche und Ausländer - aus dem Ausland nach Deutschland gezogen. Im gleichen Zeitraum haben rund 26 Millionen Menschen Deutschland verlassen. • Im Jahr 1970 gab es in Westdeutschland fast drei Millionen Ausländer. Dies entsprach einem Anteil von 4,9 Prozent an der Bevölkerung. 2007 lebten rund 6,8 Millionen Ausländer in Deutschland, das waren 8,2 Prozent der Bevölkerung. • Zwischen 1991 und 2010 sind fast 2,7 Millionen Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen. In umgekehrter Richtung sind es nur 1,6 Millionen (Berlin wird nicht betrachtet).
Konsequenzen • Das mittlere Alter der Bevölkerung in Deutschland betrug 1910 noch 23,6 Jahre, 2011 waren es bereits 42,7 Jahre. Für das Jahr 2050 ist ein mittleres Alter von rund 50 Jahren zu erwarten. • Die Bevölkerungszahl und insbesondere die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werden deutlich sinken. Diese demografische Entwicklung hat weitreichende gesellschaftliche und sozioökonomische Folgen. Die bundesdeutsche Gesellschaft altert im Durchschnitt erheblich. Insbesondere die sogenannte Hochaltrigkeit (über 80-Jährige) wird drastisch zunehmen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen wird indes stark zurückgehen. Die Einwohnerzahl in Deutschland wird sich überdies deutlich verringern. Bis 2030 ist mit einem Rückgang von zurzeit über 82 Mio. auf rund 78 Mio. Einwohner zu rechnen. Parallel dazu wird sich die Zahl der Bundesbürger mit Migrationshintergrund wie bereits dargestellt signifikant erhöhen.
Auswirkungen auf den Sport
Die Veränderungen wirken sich auch auf den organisierten Sport und die Vereinslandschaft aus. Bislang verzeichnet der gesamte organisierte Sport nur geringe Mitgliederrückgänge. Welche Konsequenzen allerdings bereits jetzt mittel- und langfristig für Jung und Alt in sportlich-organisatorischer Hinsicht prognostizierbar sind, wird demnächst ausgeführt.
Diplom- Fitnessökonomin Andrea Peters
Quellen: Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 1, Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung in Bund und in den Ländern, Herausgeber: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, Ausgabe 2011;
Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2, Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige, Herausgeber: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, Ausgabe 2011;
Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 3, Auswirkungen auf Schülerzahlen und Kindertagesbetreuung, Herausgeber: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, Ausgabe 2011;
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