11.04.2012
Lamparski-Modell gescheitert - 30 Millionen Euro Starkapital für "bitburg airport" konnten nicht nachgewiesen werden - mit Stellungnahmen
Bitburg (boß) Die komplette Übernahme des Flugplatzes Bitburg ist geplatzt. Diese Mitteilung schlug ein wie eine Bombe, nachdem bereits zwei Termine verstrichen waren, die 30 Millionen Anschubfinanzierung durch den Luxemburger Projektentwickler Frank Lamparski zweckgebunden nachzuweisen.
Damit sind die Voraussetzungen für den Verkauf der kommunalen Geschäftsanteile der Stadt Bitburg und des Eifelkreises von 54,21 % innerhalb der vereinbarten Fristen nicht erfüllt worden. Demnach kommen die Planungen, den ehemaligen US-Militärflughafen durch Frank Lamparski zu einem Fracht- und Passagierflughafen auszubauen, nicht zustande. „Die Unternehmensziele der Flugplatz Bitburg GmbH“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Billen (MdL), „bleiben davon vorerst unberührt.“ Die Gesellschaft wurde 2002 mit der Absicht gegründet, den Verkehrslandeplatz Bitburg zu entwickeln und zu betreiben. Diesen Zielen sei die Flugplatz Bitburg GmbH auch weiterhin verpflichtet und man werde auf der Grundlage der vorhandenen Nutzungsverträge mit der Bundesrepublik Deutschland weiterarbeiten. Zeitnah wolle man den Aufsichtsrat einberufen und über weitere Schritte beraten, war aus dem Tower zu hören. Wie es mit den juristischen Vereinbarungen mit dem Luxemburger Projektentwickler Frank Lamparski weitergeht, der bereits 40,53% der Gesellschaftsanteile hält, bleibt abzuwarten. Dieser hatte mit Hilfe eines Investors aus Asien vorgehabt, in den nächsten 10 Jahren Flugplatzwerften, Frachtflug, Geschäftsflug und Passagierflug mit einer Gesamtsumme von 380 Millionen Euro auf dem Bitburger Flugplatz anzusiedeln.
Erstes Statement vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen gegenüber input aktuell: "Leider konnte Frank Lamparski keine sichere Bankgarantie vorlegen. Die Vorgaben wurden nicht erfüllt. Bei einem Risiko von 90 : 10 hätten wir es riskiert, 50 : 50 ist zu wenig. Die ganze Sache hat mich viele Nerven gekostet. Ich kann eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen. Aber damit muss man als Politiker leben und ich sage: Jetzt erst recht. Es geht darum, weiter zu arbeiten und eine andere tragfähige Zukunftslösung mit einem neuen Investor zu finden. Herr Lamparski hat sich bemüht und es nicht geschafft. Ich kann nichts gegen ihn sagen. Er hat uns bisher nichts gekostet, sondern bereits Geld gebracht. Was nun alles über ihm zusammenbricht, kann ich mir vorstellen. Dass jetzt auch Häme über mich ausgeschüttet wird, damit ist zu rechnen. Ich sage immer: Wer kämpft kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
Einlassung von Wolfgang Ferner aus Rommersheim, Kreistagsmitglied Eifelkreis - DIE LINKE Großflughafen Bitburg, tausende Arbeitsplätze, blühende Landschaften – davon träumte MdL Michael Billen und mit ihm viele Lokalpolitiker. Lamparski als Held aus Luxemburg! Der Projektentwickler konnte zwar kein einziges Großprojekt nachweisen, aber mit einem ganzen Stab von Mitarbeitern, Beratern, Anwälten und Planern spulte er eine Feuerwerk ab, vom dem viele Politiker im Eifelkreis überzeugt wurden: lediglich die Linke und die Grünen stimmten gegen alle Pläne der Mehrheit im Kreistag. Ohne Not hat der Kreistag dann auch noch beschlossen, die restlichen Anteile, die noch sein eigen waren, an Lamparski zu veräußern. Damit wurden neue Kosten produziert, ohne dass eine realistische Chance auf Vertragserfüllung seitens des Luxemburgers bestand. So wurde insgesamt seitens der beteiligten kommunalen Vertretungen und der Flugplatz GmbH ein sechsstelliger €-Betrag verschwendet! Jetzt ist es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und sich zu der Erkenntnis durchzuringen: Kein Mensch braucht einen Bier-Airport Bitburg. Wir brauchen ein vernünftiges Nutzungskonzept und das kann nicht in einer fliegerischen Nutzung bestehen. Macht ein Energiekonzept, überlegt eine Re-Naturierung – überlegt, wie wir den Tower nutzen können.
Leserbrief von Willi Hahn aus Bettingen Diese Phrase von Billen und Lamparski hat jeder normale Mensch bereits bei der Vorstellung im Bedahaus gewusst. Das Konzept war bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Flugplatz GMBH sollte der Realität langsam ins Auge schauen, dass man den Flugplatz nicht mehr nutzen kann. Dafür müssten enorm viele Millionen erst mal investiert werden. Ein Paar neue Straßen sind nicht genug. Flüglärm, Gott-sei-Dank, bleibt uns erspart. Auch die ach so vielen Arbeitsplätze, die dann durch die ominösen Zeitarbeitsfirmen für Minderlohn vermittelt würden, können doch auch nur darüber hinweg täuschen. Wieviele Angebote und dubiose Vermittler will die Stadt noch aus den Katakomben hervorzaubern, deren Versprechen sich als warme Luft entblößen???
Die Grünen im Eifelkreis Bitburg-Prüm meinen Billens CDU und FWG legen Bruchlandung mit Flugplatz Bitburg hin. CDU und Freie Wähler (FWG und Liste Streit) haben mit ihrem Projekt eine Bruchlandung hingelegt, nachdem auch nach Fristverlängerung für Lamparski bis zum 10. April die 30 Millionen Startkapital nicht vorgelegt wurden. Es muß nach über 15 Jahren Fehlversuchen endlich Schluß sein mit diesem Millionengrab und der Traumtänzerei von Michael Billen, erklären Ulrike Höfken, Vorsitzende des Kreisverbandes Bitburg- Prüm, Bündnis 90/Die Grünen,und Helmut Fink, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag zum Scheitern der hochfliegenden Pläne. Michael Billen muß nun endlich einsehen, dass sein Traum vom Fliegen endgültig geplatzt ist. Ein Festhalten an der Entwicklung zum Flugplatz , wie er es heute nach Ablauf der 2.Frist erneut verkündet hat, zeugt von beispielloser Ignoranz und nicht mehr erklärbarer Sturheit. Der CDU- Abgeordnete hat mit der Vorgabe, einen Gegenflughafen zum Hahn aufzumachen, die Region jahrelang an der Nase herumgeführt und dem Land und der Region geschadet, erklären Höfken und Fink. Bereits vor 3 Jahren haben die Grünen im Eifelkreis ein Konzept für erneuerbare Energien auf dem Flugplatzgelände vorgelegt. Das muß jetzt zügig weiterentwickelt und umgesetzt werden, um nicht noch mehr Millionen Euro zu verschenken. In den letzten Wochen haben die Eifel-Grünen sich an die Eigentümerin des Flugplatzgeländes Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gewendet, damit ihre Vorschläge für ein Eifel-Energie-Zentrum einbezogen und Kommunen und Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Die Grünen unterstützen die Forderung der BIMA, …“keine Zeit (zu) verlieren auch alternative Nutzungs- und Vermarktungsbetrachtungen anzustellen.“ und werden in der Kreistagssitzung im Mai die Offenlegung der bisher durch die Flugplatzpläne entstandenen Kosten einfordern. Sie nehmen Landrat Dr.Streit beim Wort, dass nach dem erneuten Scheitern der Ausstieg aus dem Flugplatz Bitburg Projekt jetzt endgültig ist und fordern alle verantwortlichen Politiker im Kreistag und der Stadt Bitburg auf, Billens Flugplatzplänen eine klare Absage zu erteilen.
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