09.09.2010
Ende der Krise - Exporte und Importe nahmen deutlich zu
Bad Ems/D. (red) Im rheinland-pfälzischen Außenhandel wird das Ende der Wirtschaftskrise sichtbar. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis Juni 2010 Güter im Wert von 19,6 Milliarden Euro exportiert, das waren 12,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009.
Dieses positive Ergebnis beruht allerdings zum Teil auf einem Basiseffekt, da die Exporte im Sommer 2009 den absoluten Tiefpunkt erreicht hatten. Trotz des deutlichen Anstiegs wurde das Niveau des ersten Halbjahres 2008 noch nicht wieder erreicht. Die Branchen profitierten unterschiedlich stark von der gestiegenen Nachfrage aus dem Ausland. Positiv entwickelten sich insbesondere die Ausfuhren der Produzenten von chemischen Erzeugnissen (plus 33,2 Prozent). Auch die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verbuchten starke Zuwächse (plus 32,8 Prozent). Da dort der Einbruch der Exporte im vergangenen Jahr besonders massiv war, ist diese Branche jedoch nach wie vor weit von den Ergebnissen des Boomjahres 2008 entfernt. Verhalten fiel der Anstieg der Exporte im Maschinenbau aus (plus 6,4 Prozent). Die Hersteller pharmazeutischer und ähnlicher Erzeugnisse lieferten im ersten Halbjahr 18,9 Prozent weniger Waren ins Ausland, was jedoch auf einen im Jahr 2009 zu beobachtenden Sondereffekt zurückzuführen ist. Auch die Importe nahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zu, wobei hier ebenfalls der starke Rückgang der Einfuhren im Vorjahr eine Rolle spielt. Im ersten Halbjahr 2010 wurden Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro eingeführt, das waren 18,6 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2009 (Deutschland: plus 15 Prozent).
Ausfuhren nach Zielregionen Die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) waren mit einem Anteil von 60,4 Prozent am Ausfuhrwert wichtigstes Absatzgebiet. Im ersten Halbjahr 2010 lieferte die rheinland-pfälzische Wirtschaft Produkte im Wert von 11,8 Milliarden Euro in EU-Länder. Waren im Wert von 1,7 Milliarden Euro (8,7 Prozent der rheinland-pfälzischen Ausfuhren) wurden in die übrigen europäischen Staaten exportiert. Nach Amerika wurden Waren im Wert von gut 2,7 Milliarden Euro ausgeführt, das waren 14 Prozent der rheinland-pfälzischen Exporte. Knapp 2,7 Milliarden Euro bzw. 13,6 Prozent des Exportvolumens entfielen auf den asiatischen Markt. Es folgten Afrika mit einem Anteil von 2,4 Prozent sowie Australien und Ozeanien mit 0,9 Prozent. Die wichtigsten Handelspartner im Export waren Frankreich, die USA und Italien.
Einfuhren nach Herkunftsregionen Im ersten Halbjahr 2010 wurden Waren im Wert von 8,1 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert, das waren 61,6 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren. Waren im Wert von 1,6 Milliarden Euro stammten aus dem übrigen Europa (12,3 Prozent der Importe). Damit kamen 73,9 Prozent der rheinland-pfälzischen Importe aus Europa. Für 1,7 Milliarden Euro, das entspricht 13,2 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren, kamen Waren aus Asien. Importe aus Amerika machten mit einem Warenwert von 1,4 Milliarden Euro 10,7 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren aus. Aus Afrika stammten 2 Prozent der eingeführten Waren, 0,2 Prozent aus Australien und Ozeanien. Die wichtigsten Handelspartner waren Belgien, Frankreich und die Niederlande.
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