20.08.2010
Keime im Trinkwasser - Wasser unbedingt abkochen
Jünkerath/D. (boß) Im Bereich der Verbandsgemeinde Obere Kyll wurde in den Ortsgemeinden Esch und Feusdorf sowie in einem Teilbereich des Ortsnetzes Jünkerath stark verkeimtes Trinkwasser festgestellt.
Ermittelt wurde die Grenzwertüberschreitung bei den nach der Trinkwasserverordnung regelmäßig zu veranlassenden Wasseranalysen aus der Probenahme vom 09.08.2010 im Ortsnetz Gönnersdorf. Es handelt sich um einen coliformen Keim. Auf Deutsch gesagt: Gülle ist ins Trinkwasser gelangt. Veranlasst wurde in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Vulkaneifel eine Chlorung im Hochbehälter Lissendorf, der die Ortsgemeinden Birgei, Gönnersdorf und Lissendorf mit Trinkwasser versorgt. Nachproben durch ein beauftragtes Labor vom 11.08.2010 sowie Nachproben des Gesundheitsamtes vom 12.08.2010 haben ergeben, dass die Verkeimung nur den Zulauf des Hochbehälters Lissendorf betrifft. Die Ergebnisse des übrigen Versorgungsgebietes der Versorgungsgruppe Birgel waren einwandfrei. Die Ergebnisse vom 17.08.2010 der Nachproben vom Sonntag, 15.08.2010 und Montag, 16.08.2010 ergaben teilweise im Netz eine massive Verkeimung des Trinkwassers im Zentralpumpwerk Birgel. Das Wasser im Versorgungsgebiet des Hochbehälters Lissendorf war einwandfrei, da wie vorher beschrieben, eine Chlorung des Wassers erfolgte.
Das Gesundheitsamt ordnete daraufhin am 17.08.2010 in den von der Verkeimung betroffenen Versorgungsbereichen, das sind - die Ortsgemeinden Esch - die Ortsgemeinde Feusdorf - Teilbereiche des Ortsnetzes Jünkerath (Am Glaadtbach, Am Sonnenberg, Auf dem Wehrt, Auf den Eichen, Glaadter Straße, Am Herrenkopf, Im Kefferbach, Dominikus-Savio-Haus, Schüllerstraße, Enzenberg, Kölner Straße links 1-47, rechts 2-34, Rathausplatz, Tiergartenstraße links 1-37 und rechts 2-24, Meisenweg, Feusdorfer Straße, Gewerkschaftsstraße), welche vom Hochbehälter ,Auf RüttM in Feusdorf versorgt werden, ein Abkochgebot an.
Die Verbandsgemeindewerke Obere Kyll haben sodann unverzüglich die betroffene Bevölkerung mittels Flugblätter i.nformiert und eine Chlorung des Trinkwassers der übrigen Versorgungsbereiche der Versorgungsgruppe Birgel eingeleitet.
Die Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke haben somit sofort die ergangenen Anordnungen des Gesundheitsamtes umgesetzt. Die Ursache wird zur Zeit noch ermittelt. Vermutet wird, dass möglicherweise in einen Brunnen der Versorgungsgruppe Birgel aufgrund des stattgefundenen starken Regenereignisses am Sonntag, 15.08.2010, bei dem örtlich über 40mm Niederschlag registriert wurden, mit Keimen belastetes Niederschlagswasser eingedrungen ist. Beauftragt wurde ein Fachbüro für Hydrogeologie. um zur Ursachenforschung weitere Erkenntnisse zu liefern. Die Verbandsgemeindewerke werden die Bevölkerung unmittelbar, sobald die Nachproben auf Grund der eingesetzten Desinfektion des Trinkwassers mittels Chlor einwandfrei sind, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, über die Aufhebung des Abkochgebot informieren. Die Verbandsgemeindewerke bitten um Verständnis für diese zum Schutz der Bevölkerung notwendigen Maßnahmen.
Wikipedia-Info: Pathogene E.coli haben Bedeutung als Lebensmittelvergifter. Bei Schwächung der Resistenz kann es vor allem bei älteren Menschen und Kleinkindern zu Erkrankungen kommen. Diese Erkrankungen können sein: Harnwegsinfektionen, Bauchfellentzündungen, Entzündungen der Gallenwege, Meningitis bei Säuglingen, Lungenentzündung, Diarrhöen (Durchfälle).
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